Donnerstag, 30. September 2010

A-SEITE / Song 8: Der Mann, der nicht Moses war

„Nichts wird so sehr für Übertreibung gehalten
wie die nackte Wahrheit.“
(Joseph Conrad)

„Ich war der dritte Mensch auf dem Mond.“
(Charles Conrad)

(...) sein Nachname norddeutsch-vornehm und zweisilbig betont wie „Vor-Aigner“ auszusprechen gewesen wäre, machten Musiker wie George Harrison, Keith Richards, bei deren Musikprojekten er gelegentlich als talentierter Bassist tätig war, daraus grundsätzlich ein Wort: „Foreigner“ - ausgesprochen ganz so wie der Name der britisch-amerikanischen Rockband. Aber Lars Voreigner hatte, wie jeder Vollblumusiker, auch einen Spitznamen und wenn der fiel, war jede weitere Erklärung, wen man meinte, überflüssig: „Pallmall“. Und auch Charly konnte sich nicht daran erinnern, gesehen zu haben, dass Pallmall jemals eine andere Zigarttenmarke konsumiert hätte.

Geboren irgendwann Ende der 40er Jahre in Niebüll, nahe der deutsch-dänischen Grenze, hatte Pallmall in Hamburg Germanistik und Grafik studiert und war mit der Zeit ein guter Musiker und Musikproduzent geworden. 1960 waren seine Eltern in den berüchtigten Hamburger Stadtteil St. Pauli gezogen und die Wohnung lag, wie der Zufall so spielt, direkt über dem „Sternenkino“ auf der Großen Freiheit, aus dem 1962 dann der „Star-Club“ werden sollte.

(...)
Pallmall lernte Charly Davidson 1989 auf äußerst kuriose Weise kennen. Dieser hatte nämlich in einer Radiosendung behauptet, das Bass-Intro auf „You’re So Vain“ von Carly Simon sei gar nicht von Lars Voreigner gespielt worden, worauf Pallmall umgehend bei Charlys Plattenfirma angerufen hatte um ihm Ärger anzukündigen, falls er das noch einmal behaupten sollte. Man traf sich zur Versöhnung und Charly verriet Pallmall dabei, dass seine Behauptung nur ein Trick gewesen sei, um in Kontakt „...mit dem großen Lars Voreigner...“ zu kommen.Der fühlte sich geehrt und fraß schnell einen Narren an Charly, vor allem als der ihm von Wales, „V-2 Schneider“ und der Erfindung der Lounge-Musik erzählte.

Vor allem wollte Pallmall wissen, wie Charly Davidson zu seinem Namen gekommen war.
„Das war, als ich 16 Jahre alt war“, erzählte Charly. „Genau in dem Moment, als ich mich entschloss, die Welt auf gar keinen Fall unter meinem echten Namen zu erobern, spielte der SWF-PopShop gleich zwei Mal Elektromusik. Die 'Kometenmelodie' von KRAFTWERK und zuvor Mary Roos mit 'Arizona Man'.“

Und eben in diesem Moment, sprach Charly, sei er von den Worten „Kometenmelodie“ und „Arizona Man“ beseelt worden und habe sich innerhalb weniger Minuten zu einem anderen Wesen entwickelt. Einem Wesen, das strahlend über den Atlantischen Ozean flog, einen langen Kometenschweif hinter sich herziehend, und das sich in Arizona, nackt und unschuldig auf einem Chopper sitzend, wiederfand, wie es einen schnurgeraden Highway direkt in den Sonnenuntergang hineinfuhr.

„Ha, ha. Sex and Drugs and Rock 'n' Roll“, sagte Pallmall zu ihm, aber Charly korrigierte ihn schnell: „Elektronik Sex and Drugs“. Beide lachten. Und dann enthüllte ihm Charly das wahre Geheimnis, das er sonst noch niemanden erzählt habe, wie er betonte. „Es mag verrückt klingen“, sagte er zu Lars Voreigner,„aber als ich auf den Tank des Motorrades blickte, da funkelte mich in goldenen Lettern ein Schriftzug an: CHARLY DAVIDSON. Das war's. So einfach lagen die Dinge.“(...)


Wqs den Sex anbetraf, so musste Gott damals regelmäßig Pausen einlegen, um sich die flehentlichen Bitten Charlys anzuhören, er möge doch bitte die Sex-Welle nicht so schnell ausrollen zu lassen. Wenigstens einmal wollte Charly den „Sündenfall im Hühnerstall“ mit eigenen Augen sehen, bevor es ihn nicht mehr geben würde. Er betet und betete und ahnte dabei nicht, dass der erotische Wind sich bis zu seinem achtzehnten Geburtstag drehen würde. Zwar erhörte der große, alte Bananenschalerwerfer im obersten Stockwerk des Himmels den Wunsch des Jungen, aber er ließ ihn bis zu dessen achtzehnten Geburtstag zappeln. Und die Zeit bis dahin wollte und wollte einfach nicht vergehen.

(...) nutzte die frauenlose Zwischenzeit als ständiger Gast in der Stadtbücherei. Dort geriet Charly eines Tages an die FUNKSCHAU Ausgabe 23/1973 mit dem Artikel „Was ist ein Synthesizer?“ von Hans Funk, in dem er folgendes las:


„(…) Wir befinden uns immer noch im Anfang des Kunststoff-Zeitalters der Weltgeschichte der Töne und Klänge, in dem, wie in jeder Entwicklung, am Anfang der Missbrauch steht, die Imitation von bereits Dagewesenem, bis mit dem neuen Stoff auch die neue Form entsteht. Der echte Synthesizer ist aber kein Musikinstrument in diesem Sinne, er ist vielmehr ein System zur Entfesselung und des Sezierens, der operativen Auftrennung aller nur denkbaren Nervenpunkte am komplizierten Organismus eines Tones oder Schallereignisses, und ihrer Wiederzusammenfügung in beliebiger Gesetzlosigkeit. Je willkürlicher, je komplizierter, je unberechenbarer dieses System arbeitet oder bearbeitet werden kann, desto reizvoller und interessanter ist es. Zumindest für den, der das sucht, was bisher noch kein Musikinstrument zu bieten vermochte, den Vorstoß in einen unbegrenzten Raum von Möglichkeiten, in dem man fasziniert und resigniert zugleich die Hilflosigkeit unserer Vorstellungskraft erkennen muss. (…)“

Diese Worte fesselten ihn. Charly wollte unbedingt einen Synthesizer ausprobieren, mit ihm in neue Klangwelten vorstoßen. Doch da er und seine Familie weiterhin in eher bescheidenen Verhältnissen lebten, schie die Möglichkeit des Erwerbs eines eigenen elektronischen Musikinstrumentes aus. Kurz bevor er die Bücherei verließ, riss Charly vorsichtig den Artikel von Hans Funk aus der FUNKSCHAU aus und nahm ihn mit ach Hause. Er vergrub sich in seinem Zimmer, dachte nach, fand, dass sich seine Bastelfähigkeiten seit der Reparatur des Volksempfängers doch erheblich weiterentwickelt hatten. So beschloss Charly, sich einen Synthesizer selbst zu bauen.

Nach Schalt- und Konstruktionsplänen aus dem LEXIKON DER ELEKTRONISCHEN MUSIK von Eimert und Humpert, entstand zwischen Sommer 1974 und Frühjahr 1975 aus den Innenleben zweier Elektronikbaukästen von KOSMOS und NECKERMANN der DX I, ein kleiner aber feiner Synthesizer ohne Tastatur, dafür aber mit zwei Kondensator-Oszillatoren und kurz danach auch schon sein erstes elektronisches Meisterstück, der DX VII , den Charly noch 1978 als FLIESSBAND-Sänger auf der Bühne einsetzte, weil er damit die Bombenangriffe auf Santiago de Chile eindrucksvoll imitieren konnte.

(...) hatte der junge, talentierte Musiker und versierte Techniker, der frühreife Songschreiber und spätpubertiernde Einzelgänger, das bislang größte Defizit seiner Entwicklung behoben und war durch eigene Hände Arbeit zu einem richtigen Mann geworden.

Nun war Charly Davidsons Kopf frei für eine fast beispiellose Musikkarriere und, wie er sich festvornahm, für die Frauen der Welt. Seine allererste, mit der mehr als Händchenhalten angesagt war, hieß Jessy Bergmann. Charly hatte sie 1976 in Dijon bei einer Bildungsreise der Europa-Union kennen und lieben gelernt und dass seine Favoritin in Niebüll lebte (im gleichen Niebüll übrigens, in dem Pallmall geboren wurde), hielt ihn nicht davon ab, sie mehrfach zu besuchen und im Juni 1977 verbrachten beide mit einigen Freunden, Freundinnen und Bekannten Jessys einen kurzen Urlaub in Schweden, der Charly nachhaltig prägte. Besonders an eine bestimmte Nacht erinnerte er sich, notierte sie in seinem Tagebuch:

»Gestern habe ich meinen ersten Joint geraucht und dann hatten wir alle miteinander Sex auf der großen Luftmatratze oder einfach auf dem Boden zwischen dem Heidekraut. Jessy, ich danke Dir, dass Du mir diese Tür geöffnet hast. Heute morgen war die Luftmatratze ebenso kreidebleich wie unsere Haut. Wir wuschen uns gegenseitig ab und einige haben danach schon wieder miteinander geschlafen. Ich habe heute nicht nur mit Jessy gebumst sondern auch mit Gundi und mit Andrea. Gundi sagte "Mann, was hast Du denn für eine Latte" und ich habe nur zu Jessy geschaut und die sagte "Mach doch" und dann ging es einfach los und vier Hände zogen mich in eine Ecke. Diese Nacht werde ich mein Leben lang nicht
vergessen, denn es hat mir wirklich großen Spaß gemacht, und Jessy auch, denn ich sah, wie sie mit Burt schlief, einem Kieler, der wie Jimi Hendrix aussah und von dem mir Jessy verraten hatte, dass sie schon lange wissen wollte, wie Sex mit ihm wohl wäre.(...) Zum Mittagessen haben wir dann alle darüber überhaupt nicht mehr geredet, so selbstverständlich war das, was heute Nacht passiert ist. Wir haben lieber über politische Themen diskutiert. Es gab große Meinungsverschiedenheiten, ob Ulrike Meinhof umgebracht wurde oder nicht. Später habe ich dann auf der Gitarre ein paar Songs gespielt.«

Im Sommer darauf lernte Charly Sabine Stern kennen, seine spätere Frau, und beendete seine Beziehung zu Jessica, die heute verheiratet sein und in den Niederlanden leben soll. Die Fotos des Schweden-Urlaubs von 1977 hat Charly aber immer aufgehoben, hat sie vor Sabine versteckt. So auch ein Foto, auf dem sich Jessy nackt auf der Luftmatratze räkelt und das später Hintergrundbild der Aktion „Verfolge die Rocklegende“ wurde.

Montag, 27. September 2010

A-SEITE / Song 7: Folksempfänger

„...gonna give you some Pictures at an Exhibition...“
(Keith Emerson)

(...) spielte bei der Wahl der von ihm dabei favorisierten Musikrichtungen die neueröffnete Zweigstelle der Offenbacher Stadtbücherei im Stadtteil Lauterborn eine entscheidende Rolle. Nur wenige Kilometer von der Carl-Ulrich-Siedlung entfernt, war sie per Fahrrad schnell zu erreichen und bot ihm erheblich größere Möglichkeiten sich Dinge auszuleihen und in sich aufzusaugen, als der Bücherbus, der jeden Dienstag in der Nähe seines Wohnblocks für drei Stunden Halt machte.

Der Grund hierfür lag darin, dass es in Lauterborn als besonderes Extra eine Mediothek gab, die zu ihrer Eröffnung frisch mit den aktuellsten und progressiven Schallplatten, die man sich nur wünschen konnte, ausgestattet worden war. Keine Frage: ohne diesen Umstand hätte die musikalische Karriere eines Charly Davidson später gar nicht so stattfinden können. Er selbst hat es später in der bereits erwähnten NDR-Talkshow auf den Punkt gebracht:

»Das was ich sagen kann, jedem jungen Menschen nur dringendst anraten kann, ist: Du musst lesen, lesen, lesen und nochmals lesen. Und wenn in der Familie kein Geld da ist, um Bücher zu kaufen, dann rede dich nicht raus, sondern geh' in Büchereien und nutze sie. Nur das bringt dich auf andere Gedanken, entfaltet deine Phantasien, denn es ist der Schlüssel dazu, etwas aus sich zu machen. (...) Um es einmal auf den TV-Punkt zu bringen: Fernsehsendungen sind ja gelegentlich lehrreich, meistens aber, und da können sie mir sagen was sie wollen, geistige Umweltverschmutzung. Lesen jedoch ist Fernsehen für den Kopf und ist für die Seele das, was ein Spaziergang für den Körper bringt: Erholung. Eine Stunde Lektüre von „Alice im Wunderland“ und in deinem Kopf ist alles möglich. Alles!«

Die Zweigstelle der Stadtbücherei lag im Herzen der 1968 neu erbauten Wohnstadt Lauterborn und dort gab es Schallplatten der BEATLES und der INCREDIBLE STRING BAND, Alben von Frank Zappa und seinen MOTHERS OF INVENTION, solche von Kabarettist Hanns Dieter Hüsch und von Bob Dylan, Vinyl der Elektrobands TANGERINE DREAM, EMERSON LAKE & PALMER, KRAFTWERK, Alben von IHRE KINDER und BRÖSELMASCHINE und, das faszinierte Charly sehr, Platten von Marc Bolans Band TYRANNOSAURUS REX, bevor Bolan sie in T. REX umbenannt hatte. Zu sagen, dass diese Schallplatten den jungen Karl David Korff damals beeinflusst hätten, wäre eine bodenlose Untertreibung - nein: sie prägten sein weiteres Leben.

(...) entstand 1972 einerseits Karl Davids Musikgefühl - Folkrrock-Musik mit elektronischen Elementen - und zeitgleich sein Drang, wortspielerisch ausgeflippte, skurrile Geschichten zu Papier zu bringen. Dadurch, dass er Bolan auf dessen Pfaden durch Zwergenwelten folgte, sich wie ein Salamander inmitten von baumhohem Gras versteckte, in zauberhaften Wäldern voller Einhörner und Salamander herum streifte, in den sonnenumfluteten Pavillions an den Seen Abyssinias Drachen jagte, entdeckte er schließlich die Lyrik William Blakes, die Gesänge Hiawathas, Coleridges Xanadu und die Gedichte Walt Whitmans aus der Mitte des 19. Jahrunderts. Auf den Geschmack gekommen verschlang der 14-jährige nun auch noch jedes Science Fiction Buch, dessen er habhaft werden konnte, hörte Mike Heron und der UNGLAUBLICHEN STRING BAND zu und wurde ohne Zweifel durch diese Einflüsse zu einem weitsichtigen Träumer.

Zu Weihnachten 1972 wünschte sich Karl David dann eine orange-schwarze Gebläse-Orgel, die gleiche Art, wie sie von Bolan und der STRING BAND gespielt wurden, er band Glöckchen an eine Schnur und ahmte so die Geräusche des Windspiels nach, die Bolan in seine Songs eingebaut hatte, er spielte auf dem Tambourin seiner Mutter und auf einer kaum noch funktionstüchtigen Mandoline aus dem Sperrmüll. Alles sollte so klingen, wie er es bei TYRANNOSAURUS REX, der ISB oder der BRÖSELMASCHINE vorgefunden hatte.

Die so entstandenen Cassettenrekorder-Aufnahmen hatte er dann nur fünf Jahre später als Zuspielaufnahmen für CHARLY DAVIDSON AND FRIENDS verwendet, sie aber auf dem Höhepunkt seines Erfolgs
(...)

(...) Zeitgeist-Humus aus Folk- und Rockmusik, Hippiekultur, Elektromusikklängen, Marc Bolans Wort-Boogie
, den Klängen der BRÖSELMASCHINE, Licorice McKechnies feenhafter STRING BAND-Stimme, gedüngt mit Geschichten aus fernen Science-Fiction-Fantasy-Welten führte in seiner Gesamtheit dazu, dass einem in Wales geborenen Gymnasiasten mit guten Deutsch-, Englisch- und Elektronik-Kenntnissen, der einen weit gefächerten progressiven Musikgeschmack hatte, dazu noch gesegnet war mit ausbaufähigen musikalischen Fähigkeiten und einem Schädel voller ausgeflippter literarischer Ideen, die Welt zu Füßen lag, ohne dass dies irgend jemand ahnte, am wenigsten er selbst.

Doch Karl David Korff sprang von seinem Balsaholz-Floß, verließ die Mondfähre und begann diese neue Welt zu betreten, sie für sich zu erobern. Zuerst noch durchaus zögerlich, denn Eroberer besaßen doch immer großartige Namen: Columbus, Roald Amundsen, Vasco Da Gama, Robert Falcon Scott, Marco Polo, Wernher von Braun, Thor Heyerdahl, Torstein Raaby. Das machte etwas her. Aber: Karl Korff oder „David, der Eroberer“? - Das ging nun überhaupt nicht und schrie geradewegs nach einer Lösung. Karli zermarterte sich seinen Kopf.

Donnerstag, 23. September 2010

A-SEITE / Song 6: The Spirit Of Germany

„Das alles ist Deutschland, das alles sind wir
Das gibt es nirgendwo anders. Nur hier, nur hier“

(Die Prinzen)

Mai 1964: Die BEATLES arbeiten gerade an ihrem ersten Film, als die Korffs das Vereinigte Königreich verlassen und in Deutschland, schräg gegenüber von Frankfurt am Main, auf der anderen Seite des Flusses, in einer Stadt namens Offenbach ihre neue Heimat finden. Im obersten Stockwerk eines Wohnblocks der Carl-Ulrich-Siedlung bezogen Karl David, seine Schwester Helen und seine Eltern eine kleine 2-Zimmer-Wohnung - ein Horror, wie er anlässlich seines 40. Geburtstags in der NDR-Talkshow „3 nach 9“ erzählte: »Mein „Brawdy Cottage“, meinen „Admiral Benbow“ und die ganze Landschaft drumherum, hatte ich geliebt und nun lebte ich wie in einem Ozeandampfer, eingesperrt, auf dem obersten Deck.«

Nur wenige Wochen später wurde Karl David Korff in die Humboldtschule eingeschult und erinnerte sich später daran, wie er als kleiner Junge mit seinem braunen Leder-Ranzen auf dem Rücken während seines einen Kilometer langen Schulwegs durch die Waldstraße (die schon damals so gar nichts mehr mit Wäldern und Bäumen zu tun hatte, sondern zu beiden Seite mit Fabrikgebäuden und Mehrfamilien-Wohnhäusern bebaut war),
durch das offen stehende Fenster einer Gaststätte „Can‘t Buy Me Love“ hörte.

Dieses Lied war der Beginn seiner persönlichen Zuneigung zu allem, das mit den Fab Four zusammen hing - eine Art von liebevoller Treue von Seiten Charlys, die später sogar dazu führte, dass er das berühmte
„ABBEY ROAD“-Album der BEATLES in George Martins Londoner „Air“-Studio re-mixen durfte; eine Empfehlung seines Freundes Lars Voreigner war dem (...)

(...) war Karl David Korff als Individuum eher unbedeutend für seine Mitschüler geblieben, aber langsam wurde er aufgrund seiner englischen Sprachkenntnisse ein kleiner Stern am gymnasialen Himmel, den die Schulleitung zum Beispiel einsetzte, als ein amerikanischer Austauschschüler namens Rob Archer ans Rudolf-Koch-Gymnasium kam. Dieser wiederum war für Jung-Charly doppelt interessant, erzählte Rob doch ständig von seiner süßen Heimat Alabama und dem nicht weit von seinem Heimatort entfernt gelegenen Hunstville, der „Rocket City“, wie Präsident Eisenhower die Stadt getauft hatte, in der Rob Archers Vater nun arbeitete. Mit seiner Mutter Ida war er für ein Jahr nach Deutschland gekommen, denn Ida Archer stammte aus Deutschland und hatte ihren Mann Jimmy 1958 in Zweibrücken als US-Armeeangehörigen kennengelernt. (...) Robby und Karl, der von Robby immer nur „Charlee“ genannt wurde, waren bald die besten Freunde, erwogen einen Moment lang, Blutsbrüder zu werden, belegten gemeinsam den Astronomie-Kurs und schauten sich abends durch Robbys Spiegelteleskop stundenlang den Sternenhimmel an. Nach dem Ende der siebten Klasse, das war im Juni 1969, musste Robby dann aber wieder zurück in die USA. Karl war wie gelähmt über den Verlust seines besten Freundes, man versprach sich zu schreiben, tat dies auch in den ersten Wochen und Monaten, dann jedoch mit stetig nachlassender Konsequenz und faktisch ab dem Sommer 1970 hatte Karl von Robby nichts mehr gehört, denn die Archers waren umgezogen und die neue Adresse nicht mehr feststellbar.

(...) alten Telefunken-Volksempfänger aus Bakelit wieder in Gang zu setzen. Er baute ihn auseinander, säuberte alle Teile akribisch, baute das Gerät wieder zusammen, schaute nach, welche Röhren nicht mehr leuchteten, wenn er den Strom einschaltete, hängte ans Schwarze Brett im Rudolf-Koch-Gymnasium eine Suchanzeige, bekam nach und nach die benötigten Röhren zusammen, baute sie ein, schaltete den Volksempfänger ein und ... er funktionierte.

In diesem Moment begann Karl David Korffs Leidenschaft für das Radiohören und Radiomachen. Der Volksempfänger funktionierte recht ordentlich und leistete ihm fortan gute Dienste. Nun konnte er auf Langwelle 153 kHz den DEUTSCHLANDFUNK hören, dessen Hitparadensongs er Sonntag für Sonntag wie ein Schwamm (...).

Neben Englisch war inzwischen die Deutsche Sprache Karlis Leidenschaft geworden und seinen Deutsch-Lehrer, Herrn Reichart, liebte er über alles. Reichert weckte in seinen Schülern jenes unstillbare Interesse an Literatur, ohne das sich eine spätere Lebenslinie voller Poesie und Prosa kaum erklären lässt.
Aber Reichart hatte natürlich auch einen Gegenspieler, der Peridón hieß, Mathematiklehrer war und Karl David Korff mit seinem „TT-Programm Bruchrechnen“ oft bis zur Weißglut quälte, damals, Ende der wilden 60er-Jahre.

Es war ja wirklich eine wilde Zeit, in die der Junge damals hineinwuchs: Studentenunruhen, die Niederschlagung des Prager Frühlings, der Besuch des Shah in Deutschland, der sozial-liberale Regierungswechsel in Bonn, der Vietnam-Krieg und die Hippie-Bewegung. Der verblühte Prager Frühling brachte neue Lehrer an deutsche Lehranstalten. Herrn Komarec zum Beispiel. Der war geflüchtet, wurde Karlis Musiklehrer und den anderen Quintanern Lieder wie „Camerada, Camerada“ bei oder „Dem Spender sei ein Trulala“ bei, das Charly Davidson später in seinen berühmten Anti-Kriegssong „(Da bin ich ja umsonst) Krepiert“ umtextete. So entstand um ihn herum der „Spirit Of Germany“; später gab Charly Davidson seinem Musikverlag eben diesen Namen.

Montag, 20. September 2010

A-SEITE / Song 5: Eine Brille macht noch keinen Sänger

„Wer durch Brillen sieht,
hält sich für klüger, als er ist.“

(Johann Wolfgang von Goethe)

Sehilfen begleiteten Charly Davidsons Leben, seit in seiner Jugend bei ihm Übersichtigkeit (wissenschaftl.: Hyperopie, landläufig: Weitsichtigkeit) festgestellt wurde und ihn „weitsichtig“ zu nennen, dagegen hätte er niemals Protest eingelegt. Man könnte fast sogar sagen, dass die Brille sein Markenzeichen war, das fast alle Cover seiner Singles in irgendeiner Weise dominierte und sogar 1988 auf der Hülle der Platte prangte, mit der er das Vereinigte Königreich eroberte und die Lounge-Musik erfand.

Als Junge trug er die in der 60er-Jahren üblichen Hornbrillen, die wegen ihrer außen, am Rahmen und den Bügeln genieteten Scharnierbefestigungen, den „Wayfarer“-Brillen aus der amerikanischen Brillenwerkstatt Bausch & Lomb recht ähnlich sahen. Seine erste echte „Wayfarer“ bekam Karl David Korff im Juni 1969 von seinem Schulfreund Rob Archer geschenkt, bevor dieser in die Staaten zurück musste. Karli fand, dass sie ihm besser auf der Nase saß, als seine deutschen Sehhilfen, auch wenn eines der beiden Sonnenbrillengläser schon einen Sprung hatte. Deshalb wanderte die „Wayfarer“ getreu ihres Namens auch lange Zeit lang mit ihm herum, zuerst nach Dänemark, Schweden und Norwegen und anschließend durch sein weiteres Leben und Charly ließ sich als Rockstar immer wieder neue Ray Ban-Brillen an sein Näschen anpassen, auch wenn er hin und wieder auch fremd-sah und (...)

Als die „KONTAKTAUFNAHME“ Ende Februar 1982 als BLUE LIPS RECORDS Nummer BL 8203 in die Plattenläden kam, war Charly vom sofortigen Erfolg seines Debutalbums mehr als überzeugt. Dass sich in Berlin gerade zur selben Zeit eine Dame namens Gabriele Susanne Kerner daran machte, einen Stein loszutreten, der mit gewaltiger Wucht in den germanischen Musiktümpel fiel und die Neue Deutsche Welle verursachte, ahnte er nicht.
Fast schien es, als hätte sich das von ihm auf der Coverrückseite verewigte Botho Strauß Zitat »All unsere glücklichen und vergeblichen Versuche, uns mit der Welt zu verständigen, uns zu berühren und zu beeinflussen, die ganze Artenvielfalt unserer Erregungen und Absichten fallen der Ödnis und der Monotonie eines soziotechnischen Kurzbegriffs zum Opfer« bewahrheitet, denn die „KONTAKTAUFNAHME“ lag wie Blei in den Regalen.

»Natürlich war ich vom sofortigen Erfolg überzeugt. Ich war ein scharfer Beobachter der gegenwärtigen Realität, kam dazu aus dem politischen Rockbusiness, hatte eine gute Band, einen guten Freund als Produzenen und den besten Toningenieur, den man sich in Frankfurt vorstellen konnte. Auch wenn Eberhard Panne, der gerade in seinem Studio das erste Album von IDEAL abgemischt hatte, von Euphorie abrieten. Aber diese Möglichkeit, das jetzt noch allen zugrunde gehen könnte, schloss ich konsequent aus. Und das sich alles, was ich erreichen wollte, mit der Neuen Deutschen Welle entschleunigen würde, das sah ich nicht. Eine gute Brille macht eben noch keinen Hellseher.«

Doch so schnell wollten BLUE LIPS und Charly Davidson nicht aufgeben und deshalb veröffentlichte man Ende Mai 1982 die „KONTAKTAUFNAHME“ ein weiteres Mal, nun mit einem höherem Werbebudget als im Februar, und diesmal funktionierte die Sache halbwegs. Album und ausgekoppelte Single „Längerfest / Viva Caro“ wurden von den Kritikern wohlwollend aufgenommen und die Stadt Göttingen zeichnete Charlys Wortwitz sogar aus, als sie ihm im Herbst 1982 den mit 3.000,-- DM dotierten Kleinkunstpreis „Goldene Liese“ zusprach.

Obwohl hochschwanger, nahm Sabine Korff sichtlich stolz an der Übergabe der Auszeichnung teil. Die Laudatio hielt der Niedersächsische Kultusminister, der sich den Fauxpas leistete, Charly als britischen Musiker, der hervorragend mit der deutschen Sprache umgehe, zu bezeichnen, was, zur Verwunderung des Minsters, zu erheblicher Heiterkeit des Publikums geführt hatte. Charly bedankte sich mit den Worten: „Als Roy Black der Rockmusik nehme ich den Preis gerne entgegen. Lang lebe Deutschland“.

(...) Bei BLUE LIPS nahm man die positive Kritik auf Charly Davidsons zweites Alben durchaus zur Kenntnis und stellte den 26-jährigen als intellektuelles Aushängeschild des Labels dar. Andererseits wurde Alf Riederwald im Frühjahr 1983 nach Frankfurt zu Davidson geschickt und forderte mit Album Nummer Drei endlich „ein klein wenig mehr finanziellen Erfolg“ ein, wie er es ausdrückte, damit BLUE LIPS nicht immer nur „draufzahlen müsse“.

Charly hatte ihm damals nichts darauf entgegnet und bloß zustimmend genickt, ganz so wie ein Kind, das mit unendlicher Energie versucht hatte, alles richtig zu machen, das am Ende aber trotzdem von seinen Eltern ausgeschimpft wurde. Nach außen wirkte er unverändert hart, innen jedoch war Charly tief verletzt worden. Man wollte also tatsächlich von ihm, den eingeschlagenen Weg zu verlassen. Was sollte er statt dessen tun? Auf 'Neue Deutsche Welle' machen? „Ich bin tief verletzt, dass man die Messer wetzt, auf mich die Hunde hetzt, mein Genie unterschätzt.“ notierte er in sein Tagebuch und schrieb anschließend die Ur-Fassung seines späteren Hits „Ich-Falle“. Es war für ihn, sagte er mir später, tatsächlich so, als hätte BLUE LIPS ihm den Boden unter den Füßen weggezogen und er stürze zurück in die Zeit, als er nach Deutschland gekommen war: ein Außenseiter, ohne Freunde und ohne der deutschen Sprache richtig mächtig zu sein.

Donnerstag, 16. September 2010

A-SEITE / Song 4: Zeit zu Lieben und zu Leben

„Liebe ist ein Landmark, stets fixiert,
sieht Stürmen ins Gesicht, ist allen Schiffen
der Polarstern für die Fahrt -
der Wert indes wird kaum begriffen.
Kein Narr der Flüchtigkeit ist sie - Rosenmund
und Wangen sind zwar ihr Ziel bei Zeit,
doch schnell verwelken Grund und Stund.
Die Liebe aber endet stets in Ewigkeit.“
(William Shakespeare)

Charly Davidson war Sänger der Politrockband FLIESSBAND, war eine lokale Größe im Rockmusikgeschäft, ungewöhnlich, aufregend, auffallend. Eine Rocklegende zu sein, davon war er allerdings noch weit entfernt, als er und die Studentin Sabine Stern im April 1980 standesamtlich heirateten und sich einen Tag später in der Offenbacher Frei-Religiösen Gemeinde am Schillerplatz noch einmal trauten. Charly alias Karl David Korff kam, politisch unkorrekt-korrekt, in feinem Zwirn nebst Fliege und Sabi stand vor ihm mit vielen Locken und ihrem glücklichsten Lachen, das der Schleier des weißen Kleides nur schwer verbergen konnte.

Auf der Kirchenorgel spielte der 17-jährige "Davidson Clan"- Keyboarder Axel Grzybowsky die von Charly speziell für die Hochzeit komponierten Musikstücke und alle, die bei dieser ungewöhnlichen Hochzeit dabei waren, spürten, dass da mit beiden etwas im Busch war mit Karli als Buschmann. Kein Zweifel: wer es wollte, konnte das Ungewöhnliche, das Atemberaubende an ihm spüren, selbst lange bevor es offen zu Tage trat. (...)


Da Charly schon nur wenige Wochen nach der Hochzeit sein Design-Studium an der „Hochschule für Gestaltung“ abgebrochen hatte, um sich fortan voll aufs Musikmachen zu konzentrieren, entschloss sich Sabine nur wenige Wochen vor Beginn des Herbstsemesters dazu, ihr BWL-Studium zu beenden und nahm eine Stelle in der Buchhaltung bei HORTEN an. Sie tat dies freiwllig und ohne Druck ihren Mannes, aber es war keine freie Entscheidung sondern eine Notwendigkeit, denn nur so kam das nötige Geld für den Lebensunterhalt der beiden zusammen; Charlys Einkünfte als Musiker und Dozent an der Offenbacher Volkshochschule im Kursfach „Elektronische Klangerzeugung“ waren nach wie vor von Woche zu Woche unterschiedlich und reichten bei weitem nicht aus, um beide zu ernähren.

Allerdings waren es nicht nur finanzielle Gründe, die Charly Davidson dazu bewogen im September 1980 bei FLIESSBAND auszusteigen um zukünftig zusammen mit Lukas Linde als ständigen Begleiter ein erstes Kleinkunstprogramm auf die Bühne zu bringen, das „ICH GEBE ZU ... Bedenken“ hieß und Davidson und Linde quer durch die Bundesrepublick führen sollte.

Charly wollte damit etwas ganz Neues auf die Beine stellen, literarisches Kabarett mit politischem Tiefgang vermischen und dazu Rockmusik und elektronische Klangmalereien präsentieren. Eine „Kabarockrevue“ unter seinem Namen sollte es werden, wie er damals in den einschlägigen Szenezeitschriften zitiert wurde, doch das ambitionierte Projekt floppte.

Charlys kleines „Tournee-Theater“ durch Deutschland hatte, abgesehen von einem großartigen Auftritt im „Onkel Pö“ in Hamburg und einem recht guten im „Café Einstein“ in der Kurfürstenstraße in Berlin, den ihnen Manuel Göttsching von ASH RA vermittelt hatte und bei dem INTERZONE-Sänger Heiner Pudelko im Publikum war und sich „prrrächtig amüsierte“, wie er später erzählte, keinen nachhaltigen Erfolg und brachte kaum zusätzliche Buchungen, weshalb beide die Sache im Februar 1981 desillusioniert und nahezu pleite beendeten.


Trotzdem nahmen Charly und Lukas am 21. und 22. März 1981 noch einmal als Duo am „Lied & Rock“-Nachwuchsfestival im Planetarium in Stuttgart teil - dem letzten seiner Art, bevor der NDW-Tsunami das Land überflutete. Charly Davidson hatte die Teilnahmebestätigung daran schon Ende 1980 erhalten und wollte diese Chance unbedingt wahrnehmen; auch Sabine hatte ihm zugeraten, denn ein Preisgeld hatte die Haushaltskasse dringend nötig.

In Stuttgart wurden Charly Davidson und Lukas Linde, für beide überraschend, für ihren Song „Selbstbetrug“ mit dem Sonderpreis der Jury ausgezeichnet.
Karli (an HOHNER Pianett und ARP-Axxe) und Luke (auf dem Flightcase sitzend mit akustischer Gitarre) hatten das schwäbische Publikum mit einem brillanten Auftritt und „Wortspielen nebst textlichem Tiefgang“ (wie Jurymitglied Alf Riederwald von der Plattenfirma BLUE LIPS in der Begründung zum Sonderpreis schrieb) überrascht und im Sturm erobert (...)

(...) was beide denn bisher so gemacht hätten und ob er nicht einmal ein komplettes Konzert von ihnen sehen könne. „Na klar“, sagte Charly. „Kommen Sie in einem Monat doch mal nach Frankfurt-Fechenheim, da spielen wir mit der kompletten Band. Sie sind herzlich eingeladen.“

Wer Charly nur ein wenig kannte, den verwundert es kaum, dass es damals weder eine Band noch eine Setlist gab. Lukas Linde dagegen war nicht verwundert sondern sichtlich geschockt von Charlys Vorgehensweise und sagte ihm, dass die Sache mit Sicherheit scheitern würde. Charly dagegen vertraute blind seinem Mythos und baute auf seine Fähigkeit, Dinge in kürzester Zeit anschieben und die unwahrscheinlichsten Geschichten am ehesten eintreten lassen zu können. Seine Frau Sabine hielt sich, obwohl sie die Ängste von Lukas durchaus verstand, ganz aus der Sache herraus, denn sie war damals bereits mit ihrer ersten Tochter schwanger, kannte ihren Charly und wusste, dass es sinnlos und zermürbend war, mit ihm über solche Dinge zu streiten. Charly sagte ihr nur, es gäbe keinen Grund zur Beunruhigung und drückte Sabine und das war's.

Charly Davidson musste nun aber schnell handeln und eine neue, eigene Band zusammenstellen. Neben Lukas fanden sich dessen alter Freund und Elektro-Bassist Michael Bock, der inzwischen volljährige Axel Grzybowsky an den Keyboards und Schlagzeuger Barny Hirschmann (der sich auf einen Aushang Davidsons im Fenster des in der B-Ebene der Hauptwache gelegenen Jugendbüros gemeldet hatte) als Charlys BEGLEITUNG zusammen. Vierzehn Tage und Nächte, in denen Sabine ihren Charly so gut wie nicht zu Gesicht bekam, probten die fünf im Übungsraum von Seppl Niemeyers Band OCTOPUS am Fechenheimer Friedhof und dann stand das Live-Set. Drei Probeauftritte absolvierten Charly Davidson & BEGLEITUNG noch im JuZ, dann konnte sich Charly sicher sein, dass der Ort, das Publikum, vor allem aber (...)


(...) „Ich denke, BLUE LIPS kann Euch einen Plattenvertrag anbieten, der außergewöhnlich ist“, sagte Alf. „Wie 'außergewöhnlich?'“, fragte Charly zurück. Conny erzählte darauffhin etwas von „langfristig“, ließ die Worte „aufbauen“ und „Option auf mehrere Alben“ fallen und da wussten Lukas und Sabi, dass dies der Durchbruch für Charly sein konnte, auf den er seit Jahren hingearbeitet hatten. Für Charly war die Möglichkeit zu Scheitern schon gar keine Option mehr:

»Wie gut ist mir dieser Moment, der erste Augenblick meines Weges zur Rocklegende, in Erinnerung. Einen Nachwuchswettbewerb gewonnen, mein Auftritt ein voller Erfolg, ein Plattenvertrag über mehrere Alben: unter diesen Umständen ließ der Erfolg kaum noch lange auf sich warten. Ich hatte meine wahre Berufung entdeckt, noch bevor die Tinte unter dem Vertrag trocken war.«

(...) Den ganzen Sommer und Herbst 1981 erarbeiteten Charly und Lukas die Songs des ersten ChD-Albums (mit „ChD“ signierte Charly seit dem Erfolg in Stuttgart seine Autogrammkarten), probten ausgiebig mit der BEGLEITUNG und alle zusammen nahmen sie im November und Dezember 1981 im Tonstudio Panne in Frankfurt die „KONTAKTAUFNAHME“ auf. Sabi war hochschwanger, als die Aufnahmen am 03. November begannen und als Tochter Caroline am 18. November geboren wurde, gab es eine zweitägige Pause, in der Charly den Song „Viva Caro“ schrieb, der später auf die B-Seite seiner ersten Single kommen sollte.

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Anmerkung: Die Songtitel „Zeit zu Lieben und zu Leben“ sowie das Pendant auf der B-Seite, „Zeit zu Leben und zu Lieben“, gehen zurück auf einen Text des amerikanischen Predigers Bob Moorhead sowie auf das Buch „Fangt an zu leben und zu lieben! Menetekel und Aktion in Offenbach“ von Rainer Golembiewski, Christina Nagel-Woitalla und Günter Burkart (1981, Saalbau Verlag Offenbach)

Montag, 13. September 2010

A-SEITE / Song 3: Kontaktaufnahme

„Ein Märchen sollt ihr nun hören, sollt den Abenteuern lauschen,
Von Osseo, jenem Magier, der vom Abendstern herabkam.“
(Henry Wadsworth Longfellow)

Es ist Sommer 1978; der "Herbst", den die deutsche Gesellschaft während des RAF-Terrorismus fühlte, hatte bleibende Schäden hinterlassen, war aber langsam am Abklingen, die politischen Kräfte in der Bundesrepublik räumten auf, Franz Josef Strauß machte sich daran, Bundeskanzler zu werden.

In einem Radiosendung des Hessischen Rundfunks war zu Beginn des Jahres ein merkwürdiger Mensch vorgestellt worden, der, 'bewaffnet' mit Mundharmonika, Gitarre und Cowboyhut, lässig Songs seiner Helden Bob Dylan, CSN&Y und Marc Bolan klampfte und in eigenen Textübersetzungen sang. Interessant ist dieser Auftritt aber vor allem wegen der Interview-Passagen zwischen den Songs, denn hier war schon seine Fähigkeit zu erkennen, konkreten Fragen auszuweichen, sie rätselhaft zu beantworten und ins Absurde zu drehen und damit den eigenen Mythos zu pflegen. Und nichts deutete in der Sendung von Diether Dehm-Lerryn darauf hin, dass dieser Mann nur wenige Wochen später als Sänger zur lokalen Politrockband FLIESSBAND stoßen und ins politische Fach wechseln sollte. Schließlich war Charly Davidson, so hieß der Mensch, bisher im Frankfurter Raum nur als Elektronik-Folk-Sänger bekannt gewesen. Doch das sollte sich bald ändern.

(...) Fälschlicherweise angekommen in einem Jugendzentrum im alten Fechenheimer Rathaus, direkt über der Polizeiwache gelegen, schaute ich mich dort etwas ratlos um, denn die Bühne gegenüber dem Tresen war leer und im ganzen Raum hielten sich nur sechs oder sieben Gäste auf. Wann denn „die Band“ auftreten würde, fragte ich etwas irritiert die junge Dame hinter der Theke. Während sie mich verwundert anschaute, stellte ich fest, dass sie wohl Anfang Zwanzig war und, trotzdem ihre Dauerwellenfrisur nicht mein Fall war, recht gut aussah. Sie war sicher nicht der Typ von Frau, auf die jeder Mann ohne länger nachzudenken geblendet zufliegt. Dafür war sie etwas zu klein und nicht schlank genug. Aber sie hatte durchaus ein hübsches Gesicht, das mich nun freundlich anlächelte.

„Heute tritt hier keine Band auf“, antwortete sie mir. Ich widersprach. „Aber im JuZ soll doch heute Abend eine Politrockband spielen, FLIESSBAND.“ „In den zwei Jahren, in denen ich hier kellnere“, sagte sie zu mir, „habe ich schon viele Bands hier spielen sehen, aber eine Politrockband ist bei uns hier noch nie aufgetreten“, sprachs und spülte weiter ihre Gläser, fügte dabei aber an: „Liegt wohl daran, dass hier im Haus die Polizei sitzt. Ich heiße übrigens Sabine, genannt Sabi“.

Ich schaute auf die Uhr. Genau jetzt hätte der Auftritt beginnen sollen. Statt dessen bestellte ich bei Sabi artig ein Bier, trank es schnell aus, bedankte mich und überlegte, wie ich mich mit dem Auftritt von FLIESSBAND so hatte irren können.
„Gibt es hier in Frankfurt noch ein Fechenheim?“, fragte ich sie schon halb im Weggehen. Sabi lachte laut. „Nee“, bekam ich zur Antwort, „aber noch ein Jugendzentrum“. Sabi lachte danach noch einen Tick lauter und das ganz herzlich und gar nicht verletzend und beschrieb mir den Weg (...)

Als ich in Begleitung von Charly ins Fechenheimer Jugendzentrum im Rathaus zurückkehrte, stand Sabine immer noch hinter dem Tresen und arbeitete. Ich lächelte ihr zu. „Das ist Sabi...und das ist Charly“, stellte ich beide einander vor. „Charly ist Sänger der Politrockband, die ich vorhin bei Euch gesucht habe“, sagte ich zu ihr.

„Nice to meet you“, sagte Charly zu ihr, salutierte kurz, wobei ich bemerken konnte, wie Sabine leicht errötete. Gut sah er ja damals wirklich aus. Groß, schlank, mit langen Haaren, irgendwie verwegen, gerade in Öl auf Leinwand gebannt von G. Hubert Neidhart; Johnny Depp als „Jack Sparrow“ war im Vergleich ein Dreck gegen ihn.

(...) „Du hast mich da auf eine Idee gebracht. Warum nennen wir uns nicht CHARLY DAVIDSON UND BEGLEITUNG. Später können ja noch mehr Leute in das Projekt mit einsteigen. Wir machen das wie bei CHARLY DAVIDSON AND FRIENDS“.

Und so geschah es dann auch. Als Charly im Sommer 1980 nach mehr als zwei Jahren aus finanziellen Gründen bei FLIESSBAND ausstieg, gingen Lukas und er das Projekt BEGLEITUNG nun konsequent an und entwickelten als erstes Projekt ein Kleinkunstprogramm mit literarischen Texten, kleinen elektronischen und mechanischen Gimmicks sowie deutschen Songs plus gelegentlichen englischen Nummern.

Donnerstag, 9. September 2010

A-SEITE / Song 2: Brawdy Cottage

"Um am Anfang anzufangen:
Es ist Frühling, mondlose Nacht in der kleinen Stadt,
sternenlos und bibel-schwarz..."

(Dylan Thomas)


Charly Davidson hieß eigentlich Karl David, wurde im Frühjahr 1957 in Wales nahe dem Milchwald gezeugt und erblickte am 1. Dezember als erstes Kind von Peter und Marianne Korff das Licht der Welt. Zu verdanken hatte er dies (und damit die Tatsache, dass er ein ‚Member Of The British Empire‘ war) seinem Onkel Georg Schneider, der Anfang 1955 Charlys Eltern nach Pembrokshire in Wales geholt hatte.

Georg und seine Schwester Marianne stammten aus Deutsch-Eylau in Westpreußen, wo sie zusammen mit sieben weiteren Geschwistern aufwuchsen.
Im Sommer 1944 wurde der großgewachsene Blondschopf Georg Schneider aus der Schule heraus seiner Familie entrissen und zur SS rekrutiert. Wenig später fand er sich 500 Kilometer weiter westlich an der Usedomer Küste wieder, wo er zur Sicherung des streng geheimen Raketenprogrammes der Heeresversuchsanstalt Wernher von Brauns eingeteilt worden war, auf deren Gelände nach dem Bombenangriff der Alliierten ein Jahr zuvor zwar keine Raketen mehr gebaut, dafür aber umso mehr getestet wurden. Charly hatte seinen Onkel nie wirklich intensiv befragt, was er als Achtzehnjähriger in Peenemünde zu „sichern“ hatte und sein Onkel hatte ihm auch nicht gerne davon erzählt. Einmal nur hatte Charly von Onkel Georg einen Teil der Wahrheit erfahren und danach von sich aus keine Fragen mehr gestellt.

Viel lieber und mit Begeisterung erzählte Georg Schneider
von den Testflügen des Braunschen Aggregats 4, das später in den Geschichtsbüchern nur noch V-2 genannt wurde. Anfang 1945 erreichte von Brauns Rakete eine Gipfelhöhe von mehr als 200 Kilometern und war damit das erste von Menschenhand gebaute Fluggerät, das den Weltraum erreichte.

Während von Braun und seine Raketenentwickler sich kurz vor Kriegsende nach Süddeutschland abgesetzt hatten, flohen Georg und die anderen SS-Wachen vor der russischen Armee in Richtung Westen. Nach zehn Tagen auf der Flucht geriet Georg Schneider bei Hannover hinter die Fronten und in britische Gefangenschaft. Man stellte anhand der Blutgruppen-Tätowierung auf seinem linken Oberarm fest, dass er der SS angehört hatte und verschiffte ihn via Bremen in das Kanadische Kriegsgefangenenlager ...


... Charly im Frühjahr 1977 nach Berlin gefahren war um sein Elektromusik-Idol Brain One zu besuchen, der zu dieser Zeit in BLNW lebte und zusammen mit David Bowie in den Hansa-Studios in der Köthener Straße an der Album-Trilogie „LOW“, „HEROES“ und „LODGER“ arbeitete. Bei diesem Besuch hatte Charly voller Begeisterung auch von seinem Onkel, von Wernher von Braun und den V-2 Raketen erzählt und nur wenig später erschien auf wundersame Weise ein Somg namens „V-2 Schneider“ auf Bowies „HEROES“-Album.

Natürlich gibt es auch Leute, die behaupten, Bowie habe den Titel KW-Epigone Florian Schneider gewidmet; man darf bei Charlys Version der Geschichte aber nicht vergessen, dass stets ein methodisches Prinzip von ihm war, dass seine am authentischsten wirkenden Geschichten selten stimmten, die absurdesten aber meistens der Wahrheit entsprangen. Und schließlich gründete er ja kurz vor seinem Tode mit „V-2 Media Entertainment“ eine Firma für Fach- und Consumermedien, die neben seinem eigenen Plattenlabel „BestSide Records“ und der Music-Company „CBQ“ die Grundlage für Charlys ...


video

Montag, 6. September 2010

A-SEITE / Song 1: Soundcheck

„Wenn jemand zu uns kommt und uns erzählt,
auf dem Mond wachsen Erdbeeren,
beginnen wir sofort, ihn davon zu überzeugen,
daß dies doch nicht möglich sei, anstatt uns zu fragen,
warum ihm solch absonderliches einfiele,
unsere Aufmerksamkeit zu erlangen.“
(Siegmund Freud)

Der Gewölbekeller des Jugendzentrums war fensterlos und seit Jahren Probe- wie Auftrittsraum für viele Frankfurter Bands. Die Atemluft in ihm war stickig und es roch süßlich nach einer Mischung aus verschüttetem Bier und Zigaretten. Charly, damals, im Sommer 1978, Sänger der Politrockband FLIESSBAND, schritt, einen dunkelgrünen, sargähnlichen Koffer mit seiner HOHNER Orgel in der Hand die Treppe hinunter, gertenschlank wie er damals war, lang gewachsen und auf der Nase eine viel zu große Brille. Auf der kleinen Bhne angekommen, stellte er den Koffer ab, begrüßte seine Mitmusiker, zog die schwarze Lederjacke aus, lockerte seinen Kopf indem er ihn hin und her schüttelte und trat dann langsam an den Mikrofonständer. Einen Raunen ging durch den Keller, dann begannen um mich herum die Gespräche zu verstummen.

Jeder andere Sänger hätte nun wahrscheinlich „Test, Test, Test“ oder „Eins, zwei, drei“ ins Mikrofon gerufen. Nicht so Charly Davidson. Sein Soundcheck war, wie seine ganze Person, anders. Er trat ans Mikrofon, zog es mit seiner rechten Hand etwas zu sich hin und grölte sodann mit voller Stimme ... einen Seeräuber-Shanty:

„Fünfzehn Mann auf des toten Mannes Kiste, yo-ho-ho-heh … und ‘ne Buddel voll Rum! Sie trinken bis sie der Teufel holt ... yo-ho-ho-heh ... ‘ne Buddel voll Rum“

Das war SEIN Soundcheck, Charlys Markenzeichen, unverwechselbar bis zuletzt. Jedes Mal aufs Neue erstaunte er so - sehr zum Amusement der Eingeborenen - die Neuankömmlinge in seiner Welt und wurde von ihnen, wie auch von mir an diesem Abend, gefragt, warum er das denn sänge, worauf Charly Davidson in einer stets schlecht gespielten Verlegenheit erwiderte:

„Weil ich in Wales geboren wurde. Im Brawdy Cottage, das früher der Gasthof 'Admiral Benbow' war, von wo aus Jim Hawkins nach Bristol aufbrach, um von dort zur Schatzinsel zu segeln.“

Und dann lachte er. Es war jenes abgehackte diabolische Lachen, das ich damals zum ersten Mal hörte und das nur Charly Davidson so beherrschte. Ein perfekt einstudiertes Lachen, das später auf vielen seiner Platten und bei Konzerten zu hören war und bald so bekannt war, dass man ihn gelegentlich sogar für Fremdproduktionen engagierte, allein wegen dieses Lachens.

Um zu versuchen, Charly Davidson und sein Leben zu verstehen, ist es notwendig, auf die britischen Inseln zu gehen und Wales zu besuchen, genauer gesagt die felsige Küste Pembrokeshires bei Newgale, zu einer Zeit, als der II. Weltkrieg ...

Donnerstag, 2. September 2010

A-SEITE: Prelude

„Er ist zäh wie Unkraut im Beton,
er lässt das Pflaster platzen,
er schießt sich hoch ans Licht
und für seinen Mund braucht er 'nen Waffenschein.“
(Ulla Meinecke)

Bevor man sich eine Schallplatte anhören kann, holt man sie aus Albumcover und Plattenhülle, befreit ihre Rillen vom Staub der Zeit, legt sie behutsam auf den Dorn inmitten des Plattentellers, führt den Tonarm langsam an den äußeren Rand der rotierenden Scheibe, legt dann vorsichtig die Abtastnadel auf, vermeidet es dabei, einen Kratzer zu verursachen, den man ein Plattenleben lang nicht mehr loswerden würde, und lauscht anschließend dem faszinierenden Knistern und Knacken von gepresstem Vinyl, das auf den Geist ähnlich wirkt, wie das Geräusch des Feuers, mit dem die Menschen seit Urzeiten Wärme und Schutz und Wohlbefinden verbinden.

Das ist es, was in unserer heutigen, mit digitalen Musikangeboten zugemüllten Welt, ebenso vergangen ist, wie das Geräusch der Schreibmaschine, durch die einst Gedanken schmetternd zu Papier gebracht wurden. Man mag sich da gar nicht vorstellen, was die Zukunft uns noch für schreckliche Verbesserungen bringen wird.

Die folgende Geschichte ist eine Schallplatte, auch wenn dies zuerst kurios und nicht glaubhaft klingen mag, aber so ist es. Sie handelt von einem Menschen aus dem vergangenen Jahrhundert: Karl David Korff, der sich selbst Charly Davidson nannte - ich denke, sie haben ihn noch in lebhafter Erinnerung.

Charly war ein Mensch, der sich nur schwer damit abfinden konnte, wie die Welt um ihn herum sich verändert, zugleich aber jemand, der als 'Elektronik Junkie' dem elektronischen Zeitalter verfallen war. Mitten im Rock 'n' Roll geboren, wurde Charly geprägt durch den Sound der 60er-Jahre und fing an, eigene Musik zu machen, als die Hippie-Generation gerade auf Entzug ging.

Als deutscher Bob Dylan gehandelt wurde Davidson zum politischen Rocksänger, war dadurch zu wild für die Neue Deutsche Welle, weshalb er sich in einen Rock-Poeten verwandelte, den die Intellektuellen schnell zu einer ihrer Ikone stilisierten, um ihn noch schneller wieder aus ihren Kreisen auszustoßen, als Charly die Hitparaden erklomm.

Da war er er aber mit seinen Songs, mit seiner Stimme - die eigentlich eine 'Nicht-Stimme' war, wie es ihm Heiner Müller einmal auf eine Plattenhülle schrieb - bereits der Favorit der Massen geworden, seine Balladen waren Gast unzähliger Herzen und sein Lächeln der Mittelpunkt von Frauenfantasien, obwohl Charly Davidson nie vergaß zu betonen, Sänger von Liebesliedern seien potentielle Lügner. Zu polarisieren, das war sein Lebenselixier, „L'éclat - c'est moi“ sein Wahlspruch.

In seinen Liedern konnte Charly Kindesmissbrauch mit der gleichen Intensität anprangern, wie er über die Liebe zu viel zu jungen Mädchen sang. Oder er engagierte sich mit voller Kraft gegen die Abschlachtung von Walen und warf nur wenig später in TV-Kochshows lebende Langusten in siedendes Wasser. Das war Charly Davidson: ein Mensch, den niemand zu keiner Zeit vorausberechnen konnte, am wenigsten er selbst. Und geau so wurde er zu einer Rocklegende.

Nun ist er tot und das kam so…

ROCKLEGENDE: Anstelle eines Vorwortes

„Ist es so falsch, zu Hause
bei seiner Schallplattensammlung
sein zu wollen?“

(Nick Hornby)


- Karl David Korff kam am 1. Dezember 1957 in Wales zur Welt. 1964 übersiedelte er mit seinen Eltern nach Deutschland.

- 1976 begann er, zuerst als Folk-Rock-Sänger, dann als Frontmann einer Frankfurter Politrockband, seine Karriere.

- Ab 1981 gelangte er unter dem Namen Charly Davidson als Deutschrocksänger und Songwriter zu nationalem Ruhm.

- 1988 erschuf er das Genre der „Lounge“-Musik und wurde dadurch auch international bekannt.

- Nach mehr als zwei Jahrzehnten bei großen Plattenfirmen und sieben Alben in den Top-10 der Deutschen Charts gründet er 2003 sein eigenes Musik- und Medienlabel.

- Auch für Skandälchen und Aufreger ist Davidson stets ein Garant: So täuschte er vor einigen Jahren medienwirksam seinen eigenen Tod vor, zog (obwohl er solches zuvor immer vehement ausgeschlossen hatte) für die britische Version der Reality-TV-Sendung „Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!“ in ein australisches Dschungelcamp, düpierte Thomas Gottschalk in dessen Late-Night-Show und landete mehrmals vor Gericht.

- Der begeisterte Gleitschirmflieger wurde 2008 Werbeträger der Bio-Limonade „Spirit Of Georgia“*, deren Umsatzzahlen daraufhin um fast 70 Prozent stiegen.


aus: SOUNDEXPRESS © 2008. Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung der Axel Pranger Mediabase GmbH/Berlin.


*= Hinweis: „Spirit Of Georgia“ ist eine eingetragene Schutzmarke der The Coca-Cola Company. Copyright © Coca-Cola. Alle Rechte diesbezüglich vorbehalten.