
„I had some dreams,
They were clouds in my coffee, Clouds in my coffee“
(Carly Simon)
„Carly don't be sad
Life is crazy, Life is mad - Don't be afraid“
(Michael Cretu)
„Karli“, sagte Lukas und sprach sonst nichts. Er wirkte überrascht. Beide schauten sich lange an. „Gut siehst Du aus“, sagte Lukas, um die Pause zu beenden. Charly wollte nicht unhöflich sein und sagte ihm, dass er auch gut aussehen würde.They were clouds in my coffee, Clouds in my coffee“
(Carly Simon)
„Carly don't be sad
Life is crazy, Life is mad - Don't be afraid“
(Michael Cretu)
„Ach komm“, antwortete Lukas ihm. „Ich weiß wie ich aussehe. Da brauchst Du nicht gleich bei unserem ersten Gespräch nach den ganzen Jahren zu lügen.“ Dann schaute er Charly allerdings interessiert an und fragte: „Was verschafft mir die Ehre?“„Weißt Du, ich wollte seit Jahren sowieso wieder mal mit Dir reden, aber meine Kommunikationsexpertin sagt, dass ich Panikattacken habe und das nicht ‚einfach mal so‘ gehen wird. In einer solchen Situation, da besteht man nur aus Angst.“ antwortete Charly ihm.
„Es geht also um Dich“, entgegnete ihm Lukas.
„Nein, nein. So ein Quatsch. Ich bin doch wegen Dir gekommen, Lukas. Ich wollte mal sehen, wie’s Dir geht.“

„Mir?“ sagte Lukas Linde. „Mir geht es bescheiden“. „Ich dachte, Du wohnst immer noch in Bad Homburg.“ „Ich bin seit damals fünf Mal umgezogen“, war Lukas Antwort.
„Und was ist mit Beat?“, wollte Charly wissen. „Lebt ihr immer noch zusammen?“
„Fünfzehn herausgeschmissene Jahre waren das“, sagte Lukas zu ihm und wischte seine Hände am Kittel ab. „Weißt Du was, es ist gleich halb zwölf und da mache ich Mittag und wir gehen in eine Kneipe hier in der Nähe und trinken zusammen ein Bier.“ schlug er (...)
(...) Wolgast war Programmkoordinator von RADIO USEDOM und von sich aus an Lars Voreigner herangetreten, weil er von der „Gute Aussichten“-Tour her wusste, dass Lars und Charly miteinander befreundet waren. Wolgast hatte diesen um ein privates Gespräch gebeten. Es sei dringend und es gehe um Charlys Zukunft, hatte er sich geheimnisvoll ausgedrückt. Das hatte Voreigner bewogen, sich überhaupt die Zeit für jemanden zu nehmen, den er nicht kannte. Als beide sich einige Wochen später in Hamburg trafen, hatte Gunnar Wolgast dann gleich die Katze aus dem Sack gelassen.Ursula Maus sei, so berichtete er Voreigner, an verschiedenen Radiosendungen über Charly beteiligt gewesen und habe dabei für RADIO USEDOM umfangreiche Recherchen über ChD angestellt. Sie wisse, so Wolgast weiter, schon seit langem „Alles“ alles über Charly Davidson, seine Vorlieben, seine Abneigungen, „einfach alles“. Seit wann, wollte der White Boy wissen: „Schon bevor Charly und sie sich kennen gelernt haben?“. Wolgast nickte.
Nun war Lars Voreigner niemand, der etwas auf bloßes Geschwätz gab. „Kannst Du m,ir das mit irgend etwas belegen?“, fragte er Wolgast. Die Beweise, die Gunnar Wolgast ihm präsentierte, waren ebenso simpel wie beeindruckend: Ursula Maus war zweifelsfrei die Sprecherin der Off-Kommentare der 1999 produzierten Radio-Dokumentation. (...)

Wolgast übergab Voreigner beim zweiten Aufeinandertreffen eine hellblaue Kladde, auf der „Deutsche Reichsbahn“ stand und sagte „Hierin sind Unterlagen, die all das beweisen, was ich erzählt habe.“ Lars studierte die Unterlagen in Ruhe, darunter diverse Sendeanmeldungen und Texte, die mit „Ursula Maus“ unterzeichnet waren, von ihr geschriebene Berichte über das Radioprojekt „Ostseetöne“ - sogar die Kopie eines Kreditvertrag zwischen „Herrn Gunnar Wolgast und Frau Ursula Maus“ gehörte dazu - und er befand, dass diese Dinge echt sein mussten. Weshalb auch sollte sich den bitte jemand die Mühe und den Aufwand machen, solche Fälschungen zu erstellen? Nur um eine zwischenmenschliche Beziehung, die noch nicht einmal gefestigt war, zu zerstören? ... jetzt dämmerte es Voreigner. - „Wie lange waren sie beide ein Paar?“, fragte er und sah Gunnar Wolgast dabei in die Augen. Der wich seinem Blick zuerst aus, gab ihm dann aber die Antwort, die vieles erklärte.
Einen Tag später und nach reiflicher Überlegung telefonierte Lars ein weiteres Mal mit Charly und deutete ihm an, dass es wohl besser sei, wenn dieser sich mit Gunnar Wolgast einmal persönlich treffen würde. Details nannte er ihm nicht. Charly wiederum, war beunruhigt duch Voreigners Anruf und telefonierte gleich anschließend mit seiner Uschi - er war in Göttingen, sie in Berlin - und fragte sein Alter Ego, was Wolgast wohl mit ihm zu besprechen haben könne.
Die sonst so coole Kommunikationsexpertin wurde zuerst still, fing dann leise an, ins Telefon zu weinen an und bekam schon kurz danach einen hysterischen Anfall. „Dieses fiese Schwein,“ schrie sie Charly ins Telefon entgegen. „Kann der mich denn nicht endlich in Ruhe lassen?“ Dann brach das Gespräch (...)
(...) ließ sich von Schulz in Windeseile nach Göttingen zurück fahren und machte dort einen, mehr schlechten als rechten, Auftritt mit Helmut als „Duo Infernal“.An den großen Lars Voreigner - BEATLES-Intimus und zugleich auch sein Freund - schickte er am nächsten Tag eine E-Mail, in der er ihm schrieb, es sei nun an der Zeit, dass dieser sich nicht mehr weiter ungefragt in seine, Charlys, Privatangelegenheiten einmische. Der verstand die Botschaft und antwortete Charly sofort, ebefalls via E-Mail. Voreigner schrieb ihm, dass er seinem Wunsch entsprechen werde, reduzierte unverzüglich den weiteren Kontakt mit Charly Davidson auf das geringst mögliche Maß und verkehrte zur großen Verwunderung des restlichen „Davidson Clans“ fortan, nur noch geschäftlich mit ihm. Lou Reed soll er zitiert haben, in der E-Mail, sagt man - Charlys selbst hat mit mir niemals über die E-Mail oder ihren Inhalt gesprochen. Vielleicht war es ja dieses Songfragment: „Little boy, she's from the street. Before you start, you're already beat. She's gonna play you for a fool, yes it's true.“
0 Kommentare:
Kommentar veröffentlichen