Montag, 25. Oktober 2010

A-SEITE / Song 15: Von der Kunst, ein Mensch zu sein

„Seit dem Tage, an dem er geboren wurde, ist sein Name herrlich.
Zwei Drittel an ihm sind Gott, ein Drittel nur Mensch.“

(Gilgamesch-Epos)

Wie so oft im Fernsehen gab es im Vorfeld des Aufeinandertreffens Gottschalk/Davidson den bekannten Deal: Der Promi kommt in die Show des Talkmasters, beide reißen ein paar Witze, die neue Platte wird beworben um sie in den Charts wieder oder noch ein klein wenig mehr nach oben zu kicken, die Talkshow-Quote stimmt, die Zuschauer lachen, kaufen die Platte und am Ende haben alle was davon. (...)

Davidson, der unter massiver Gesichtsbehaarung und seiner Wayfarer-Sonnenbrille fast schon aussah wie das vierte Bandmitglied von ZZ TOP, kaute einen Kaugummi, nuschelte unverständlich ins Mikro und verweigerte sich Gottschalks Schwatz-Angeboten. Der wiederum versuchte es zuerst mit Schmeichelei und pries Davidsons aktuelle Produktion „MASSENKAMPF“ mit ihrem genialen Innencover. „Danke“, lautete die spröde Antwort.

Vom Talkmaster gefragt, ob sich „das Auge der Gerechtigkeit, heute leider hinter einer Sonnenbrille verborgen“ mit seiner Barttracht wohl fühle, gab Charly nur ein kurz angebundenes „Wieso?“ zurück, was Gottschalk seinerseits bissiger werden ließ, so dass er Davidsons Aussehen mit dem des Rumpelstilzchens verglich, das sich ja auch nie gerne in der Öffentlichkeit gezeigt hätte.

„Das tut mit leid, ich wurde gezwungen hier zu sein“, hatte Charly daraufhin sichtlich genervt gemurmelt. Gottschalk stichelte weiter: „Du scheinst mir aber heute auch nicht wirklich hier zu sein“, woraufhin Charly (...)

(...) die Meinung der BILD-Zeitung zum Programmtitel, die „100t AGE“ als (Zitat) „Heroinlieferung …“ miß-interpretierte, „… denn“ so BILD weiter in Insiderkreise steht AGE für den Buchstaben 'H' und damit für Heroin. Daran hatte er bei seinem Wortspiel nun überhaupt nicht gedacht.

(...) während des Urlaubs kam er nicht wirklich zur Ruhe. Schon nach wenigen Tagen gab es richtig Stress zwischen Sabine und ihm, da sie stets mit den Kindern unterwegs war und er im Hotel seine Musik mischte. So hatte sie sich den Urlaub nicht vorgestellt. Eines Nachmittags nahm sich Sabine die Zeit, mit Charly einmal offen über beider Leben zu reden. Sie sprach ihn direkt auf die Gerüchte über seine Affären mit anderen Frauen an und fragte konkret nach Nicole Theiß, die Tourmanagerin der „100 Tage“-Tour war. „Was ist zum Beispiel mit dieser Nicole, von der Du immer so schwärmst?“, fragte sie.

„Nicole kümmerte sich um die Tourfinanzierung und brauchte von mir die eine oder andere Unterschrift oder mal ein Schriftstück, mehr ist da nicht, war da nicht.“ „Und weshalb bist Du dann so 'nett' zu ihr gewesen, wie man mir gesagt hat?“, fragte Sabi nach. „Wer hat Dir das erzählt?“, wollte Charly wissen und fragte sich, was Sabi wissen konnte.

„Lass das bitte sein, das Ausweichen.“, rief Sabine.
Mir wurde mal von einer blonden Dame berichtet, die sich in Leipzig um dich bemüht haben soll. Einem Fotografen soll sie anschließend gesagt haben, sie wäre Deine Freundin.“

„Das ist alles Quatsch. Ich weiß gar nicht, wer so einen Mist erzählt. Ich hab‘ Dich niemals betrogen. Das musst Du mir glauben.“, rief Charly laut und merkte, wie ihm der Schweiß auf die Stirn (...)

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