„I take great pains now not to say anything
that's good copy because it becomes a headline.”
(Brian Eno)
that's good copy because it becomes a headline.”
(Brian Eno)
(...) seine „Sphärenrausch“-Single, die er Sigmund Jähn gewidmet hatte und die ihm den Weg für eine Tour durch 57 DDR-Konzertsäle ebnete, die er im Frühsommer 1988 mit seiner BEGLEITUNG vor insgesamt mehr als 150.000 begeisterten Fans über die ostdeutschen Bühnen brachte. Das waren mehr Besucher als bei seiner letzten regulären bundesrepublikanischen Tournee und das lässt sich vor allem dadurch erklären, dass deutschsprachige Rockmusik vor der Wende in der DDR für die Musikfans einen wesentlich höheren Stellenwert hatte, als in Deutschland-West. Charly selbst sprach hierbei gerne von einer „Seelengemeinsamkeit“ mit den Ostfans.
Zur internationalen Musiklegende wurde Charly Davidson jedoch durch einen puren Zufall. Einen Zufall, den man nicht planen kann, wie sich gleich zeigen wird, den man aber gleichwohl in ahnungsloser Geradlinigkeit mehr als eine Dekade zuvor ermöglichen kann. Die Hauptrolle dieses Zufalls hatte das Schicksal hierbei
Mr. Brian Thomas Gary Charles Earl of Barqin, der sich selbst der Einfachheit halber „Brain One“ nennt, zugedacht.Der Besuch, den Brain One im Februar 1988 „Charly’s Studio“ abstattete, sollte sich für den Gastgeber kurz und eher enttäuschend gestalten. 1988 hatte Charly (oder "Karrrl", wie er sich Brain One vorstellte) vor, für ein ganzes Jahr mit der Art von Musikmachen zu pausieren, die er die letzten zehn Jahre betrieben hatte und sich vordergründig elektronischen Musikprojekten zu widmen. (...) Brain wiegte mit dem Kopf, ließ ein „nice“ und ein „I’ll avoid saying anything controversial“, musste dann aber - „Termine, leider“ - auch schon wieder gehen.
(...) Karrrls erste Soloschallplatte hatte sich in der Tat zu einer experimentell-surrealistischen Mischung aus Klängen, Geräuschen und synthetischen Blubbersounds entwickelt, der in Deutschland aufgrund mangelnder Nähe zum Werk Charly Davidsons zuerst kein großer Erfolg beschieden war, die aber, ohne das dies vorauszusehen war, ein sensationeller Erfolg in Großbritannien wurde.Der Grund hierfür lag, neben der Promotion, die CAMOUFLAGE in Großbritannien für ihren Förderer ChD machten, unter anderem darin, dass der Künstlers das Album einem Menschen gewidmet hatte, der Wochen zuvor sein Studio besucht und es eher reserviert wieder verlassen hatte und Mitte Juli 1988 im Studio von BBC1 Radio-DJ Peter Powell saß, um dort über sein gerade veröffentlichtes Album „Music For Storms“ zu plaudern.
POWELL: Woher nehmen Sie die Ideen für solche Sachen wie „Music For Storms“?
ONE: Ich kann das auf zwei Dinge zurückführen. Einmal ... und ich habe das ja auf dem Plattencover beschrieben ... hat mich beim Aussteigen aus einem Taxi einmal der Wind fast umgeweht. Ich sagte „Oh nein!“ und stellte dann überrascht fest, dass ich mir dem Wind geredet hatte, ganz so wie in dem Song von KING CRIMSON. Dann war ich kurz danach mit einem gebrochenen Fuß nahezu bewegungsunfähig in einem Krankenhaus und bat die Schwester darum, das Radio anzustellen. Aber es war nicht sehr laut eingestellt und als es anfing, draußen fürchterlich zu regnen, konnte ich die Musik im Radio kaum noch hören. Nur noch die höchsten Töne waren vernehmbar und es war eine wunderbare Mischung aus Einzeltönen gemischt mit dem Geprassel von Regen. So kam mir die Idee auch einmal Musik für Stürme zu machen.
POWELL: Gerade ist ein Album eines deutschen Musikers erschienen, das er Ihnen gewidmet hat. „Korff Musik“ von Karl David Korff. Wie kam es zu der Widmung?
ONE: Oh, Charly. Ich kenne ihn, er kommt, glaube ich ursprünglich aus Wales. Wir hatten uns 1977 zufällig in Berlin getroffen und als ich Anfang des Jahres in Deutschland war, hat er mich zu sich eingeladen. Ich weiß nicht, warum er mir die Platte gewidmet hat und es bedeutet im Grunde auch nichts Besonderes. Ich mache meine Sachen und andere Leute ihre.
POWELL: Der Flughafen von Cardiff soll „Korff Musik“ in der Wartelounge spielen um den Fluggästen die Zeit bis zum Abflug zu vertreiben.
ONE: Wales, wie ich schon sagte. Der Flughafen von Cardiff, ein schönes Gebäude, sehr funktional. Ich saß vor kurzem im Kölner Flughafen, den der Vater eines der Mitglieder von KRAFTWERK designed hat. Musik wird eben für viele Zwecke gemacht. Ich mache Musik für Stürme und andere machen Lounge-Musik. Aber Lounge-Musik sollte schon eine Musik sein, die Menschen nicht zusätzlich beängstigt, wenn sie sich bereits wegen des Fliegens an sich Sorgen machen.
Das war’s. Mehr sagte der Eleventh Earl of Barqin nicht zu „KORFF MUSIK“, aber es reichte aus um einem Genre seinen Namen zu geben. Schon wenig später berichtete die britische Presse (dank einer finanziellen Unterstützung aus Deutschland an zwei nicht näher genannte Musikredakteure) über die „Lounge-Musik“ von Cardiff. Ohne es zu ahnen, hatte die internationale Musiklegende Brain One so den Nobody Karl David Korff, den man bisher nur in Deutschland und dort auch nur als Charly Davidson kannte, geadelt. (...) „KORFF MUSIK“ erreicht bis Ende 1988 im Deutschland immerhin noch Platz 28 der Album Charts; zusammen mit dem mehrwöchigen Platz 3 der MELODY MAKER „Ambient Charts“ also durchaus ein großer Erfolg für Charly aber natürlich auch für die GLOBA.

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